

Erinnerungen an Helmuth Plessner
pp. 195-199
in: Tilman Allert, Joachim Fischer (eds), Plessner in Wiesbaden, Berlin, Springer, 2014Abstract
Helmuth Plessner ist mir zuerst, statt als Philosoph oder Soziologe, als Wissenschaftsrepräsentant und Verbandschef eindrucksvoll geworden. Die Leidenschaft des Interesses für das, was der Fall ist, genügt ja nicht, um aus diesem Interesse Wissenschaft als Institution zu machen. Dieses Interesse muss sich zugleich sozial organisieren und institutionalisieren. Es muss, um berufsfähig zu werden, sich als kulturell förderlich, ja als nützlich zu empfehlen wissen. Entsprechend bedarf es wortfähiger Repräsentanten des Wissenschaftsberufs, die die Zwecke und Voraussetzungen der Ausübung dieses Berufs öffentlich zu vertreten wissen, was naheliegenderweise im Regelfall nur denjenigen wirksam gelingt, die in ihrer Fachkommunität als Wissenschaftler uneingeschränkt anerkannt sind und überdies in ihrer besonderen Repräsentationsfähigkeit respektiert.