

Qualitative Methoden am Scheideweg
pp. 73-85
in: Günter Mey, Katja Mruck (eds), Qualitative Forschung, Berlin, Springer, 2014Abstract
Während viele noch die Marginalität der qualitativen Methoden beklagen. erscheint es jemandem. der ihre Entwicklung seit mehr als 30 Jahren begleitet. dass die qualitativen Methoden vielmehr in einem erstaunlichen Umfang zum akzeptierten. anerkannten und integralen Bestandteil des wissenschaftlichen Methodenkanons geworden sind (wenngleich auch ihr Ansehen keineswegs unumstritten ist). Zweifellos unterscheidet sich ihre Anerkennung von Fach zu Fach: Aus der Anthropologie. der Soziologie. der Erziehungswissenschaft oder der Kommunikationswissenschaft. ja auch der Religionswissenschaft sind qualitative Methoden gar nicht mehr wegzudenken. In anderen Disziplinen hingegen. wie etwa der Psychologie oder der Ökonomie. haben sie nach wie vor einen ungleich schwereren Stand. Die Gründe dafür dürften in der besonderen wissenschaftstheoretischen Disposition dieser Disziplinen liegen. Die Differenz des Standes qualitativer Forschung hat also theoretische Ursachen. Auf die Rolle solcher theoretischer Präferenzen werde ich später noch zurückkommen.