

Zur Funktion der ›Schauspiele‹ in Kleists Erzählungen
pp. 102-119
in: Gabriele Brandstetter, Sabine Doering, Günter Blamberger (eds), Kleist-Jahrbuch 2007, Stuttgart, Metzler, 2007Abstract
Es gehört zu den in der Literatur zu Kleist ständig wiederkehrenden Gemeinplätzen, dass seine Erzählungen eine Fülle von dramatischen Momenten aufweisen.1 Dies nimmt nicht Wunder, denn, als ›Jeronimo und Josephe‹ vermutlich im August 1806 abgeschlossen wurde, hatte Kleist bereits ›Die Familie Schroffenstein‹ veröffentlicht, mindestens eine Fassung des ›Robert Guiskard‹ verworfen und verbrannt, wohl beträchtliche Teile des ›Amphitryon‹ geschrieben und den ›Zerbrochnen Krug‹ weitgehend abgeschlossen. Ein erfahrener Dramatiker versuchte sich also in einer neuen Gattung und übertrug dabei einige erprobte Strategien auf die Gestaltung einer tragisch angelegten Geschichte.